Außenstellen

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Peru hat sich in den letzten 25 Jahren von einem Land mit schwerer wirtschaftlicher Krise und bürgerkriegsähnlichen Zuständen, ausgehend von der Terrororganisation „Sendero Luminoso“, zu einem Schwellenland mit stabilem Wachstum und erfolgreicher Armutsreduzierung entwickelt. Trotzdem leben immer noch rund 28 % in Armut und 6% in extremer Armut (2013). Besonders die ländlichen Gebieten und die Randgebiete der großen Städte sind davon betroffen. Die Kinder und Jugendlichen wachsen hier oft in Armut auf. Das marode staatliche Schulsystem bietet ihnen kaum Perspektiven, viele von ihnen müssen schon in jungen Jahren arbeiten und sie wachsen in einem Umfeld mit hoher Korruption und Kriminalität auf.


In den Außenstellen von Arpegio soll Kindern und Jugendlichen mit geringen finanziellen Mitteln eine Perspektive geboten werden. Sie erhalten nach der Schule kostenlosen Musikunterricht. Die Außenstelle „El Golf“ nimmt eine Sonderrolle ein.


Der Unterricht findet zwei- bis dreimal pro Woche in den Partnerschulen statt. Zusätzlich gibt es wöchentliche Ensembleproben. Die deutschen Freiwilligen und peruanischen Lehrer fahren als Gruppe in die Außenstellen.

Neue Schüler fangen in Gruppen von 30-50 Kindern an und lernen zunächst im Blockflötenunterricht musikalische Grundlagen bevor sie nach zwei bis drei Monaten auf Orchesterinstrumente umsteigen.

Foto Außenstellen

Arpegio hat seine Arbeit 2004 in der Schule Francisco Lizarzaburu im Stadtbezirk El Porvenir aufgenommen. Diese Außenstelle ist damit die älteste des Projekts. Der Unterricht findet mittlerweile gegenüber der Schule im Haus einer der Schüler statt, dessen Vater in den letzten Jahren drei Räume extra für den Unterricht hergerichtet hat und sie nun kostenlos zur Verfügung stellt. Der derzeitige künstlerische Leiter, Paul Bazalar Moncada, und viele weitere Mitglieder des Orquesta de Barro sind aus diesem Projektteil hervorgegangen.


Seit 2015 gibt es zudem ein Blasorchester in der Schule Leonci Prado. Außer den Mitgliedern der bereits existierenden Schulband hat dort eine neue Gruppe mit Blockflöte angefangen und wird bald auf Blas- und Schlagwerkinstrumente umsteigen.

Seit 2010 kooperiert Arpegio mit den beiden Schulen "Madre de Cristo" und "Abraham Lincoln" in Trujillos Außenbezirk "La Esperanza". In „Madre de Cristo“ gibt es einen Kinderchor. In „Abraham Lincoln“ wurde nach anfänglicher Chorarbeit 2012 eine neue Streichergruppe aufgemacht, die nun das Orchester La Esperanza bildet.


Viele der Kinder spielen im Orquesta de Agua und im Orquesta de Tierra in der Musikschule.

Arpegio begann seine Arbeit in der Pfarrschule Jesús Maestro im Bezirk Alto Moche, Sektor Miramar, im Jahr 2012. Die Kinder fingen erst mit Blockflöten- und Cajónunterricht sowie Chorarbeit an. Seit 2013 spielen sie Orchesterinstrumente. Die Kinder im Alter zwischen 10 und 12 Jahren bekommen Geigen-, Bratschen-, Cello-, Trompeten-, Horn- und Querflöten-Unterricht erhalten. Sie alle spielen zusammen im Orchester Miramar.

Die Außenstelle im Golf nimmt eine Sonderstellung ein. Die dortige private Montessori-Schule hat 2014 ein Partnerschaftsabkommen mit Arpegio abgeschlossen. Die Schüler sind finanziell sehr gut situiert. Aber auch sie haben kaum Zugang zu hochklassiger musikalischer Bildung, weil es in Trujillo abgesehen von Arpegio nur ein sehr unzureichendes Angebot gibt. Ein wichtiges Anliegen von Arpegio ist die soziale Integration zwischen den Kindern und Jugendlichen verschiedener sozialer Schichten, sowie ihrer Eltern, damit auch diese sich nachhaltig für sozialen Wandel einsetzen. Schon jetzt spielen viele der Kinder aus dem Golf im Orquesta de Agua und Tierra, Seite an Seite mit Kindern aus den anderen Vierteln.


Der Unterricht wird von Mitgliedern des „Orquesta de Barro“ gegeben. Sie unterrichten die Kinder der Grundschule je sechs Stunden wöchentlich und leiten die musikalische Früherziehung im Kindergarten. Drei von ihnen sind seit März 2015 als Kindergärtnerinnen festangestellt und sind dadurch finanziell so abgesichert, dass sie auch in anderen Projektteilen von Arpegio unterrichten können.

Diese Außenstelle wurde Ende 2009 in Kooperation mit dem dortigen Kulturzentrum Centro Cultural Centenario de Chimbote und der großzügigen finanziellen Unterstützung des Stahlkonzerns Sider Perú gegründet. In den ersten Jahren fuhren sechs Mitglieder des Orquesta de Barro zweimal wöchentlich in die rund zweieinhalb Stunden südlich von Trujillo gelegende Stadt, um rund 120 Kinder zu unterrichten. Bald formierte sich das Orquesta Sinfónica Infantil Juvenil de Chimbote.


Seit 2013 werden neue Schüler unterrichtet, die zusammen im Orquesta de Olas spielen. Zudem hat die Außenstelle nun permanente Unterstützung von drei deutschen Freiwilligen bekommen. Diese bieten zudem Chor und Kammermusikunterricht an. Einige der fortgeschrittensten Schüler fahren ein- bis zweimal wöchentlich zu den Proben des Orquesta de Barro.